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Kinderkino – Erlebnistag 2009 - Der Schatz der Weißen Falken

von Silvia Wieandt

Für die Veranstaltung haben wir uns den Film: „Der Schatz der weißen Falken“ (D 2005, 92 Min., FSK: o. A., empfohlen ab 8 Jahre, Regie Christian Zübert) ausgesucht, der die Themen Abenteuer, Geheimnis, Verfolgungsjagd, Kinderbanden, erste Liebe und Freundschaft aufgreift.
Zum Inhalt
Sommerferien 1981: Jan, Basti und Stevie finden in einer verlassenen Villa eine geheimnisvolle Schatzkarte und Hinweise auf die legendären „Weißen Falken“, einer Kinderbande aus den 70er Jahren, deren Anführer auf mysteriöse Weise verschwand. Die drei Jungen machen sich auf, um die geheime Höhle zu erforschen, in der sie den „Schatz der weißen Falken“ vermuten. Doch auf dem Weg dorthin werden sie von einer verfeindeten Bande verfolgt, deren Anführerin die schlagkräftige Marie ist.
„In der Tradition von ‚Stand By Me’ ist ‚Der Schatz der weißen Falken’ ein hinreißend einfühlsamer Film, der uns offen vor Augen führt, dass so mancher persönlicher Schatz mehr wiegt als alles Gold der Welt. Einer der schönsten Jugendfilme der letzten Jahre!“ (programmkino.de)

Das Stationsspiel Schatzsuche
Im Anschluss an die Kinoveranstaltung haben wir mit den Kindern unser zum Film entwickeltes Stationsspiel „Schatzsuche“ durchgeführt, welches die Themen des Filmes mit unterschiedlichen Methoden aufgreift.

Die Spielgruppen
Dazu wurden die Kinder der teilnehmenden Einrichtungen (jeweils 8 Kinder pro Kinder- und Jugendhaus) in Spielgruppen aufgeteilt. Sie erhielten dazu Buttons und Gruppennamen. Die Gruppen waren wie die Stationen nach den sechs Hauptpersonen des Filmes benannt: Jan, Stevie, Basti, Marie, Dirk und Stiller Olli. Die siebte Station war eine abschließende Station, bei der den Gruppen der Schatz überreicht wurde.
Die Gruppe Jan musste zuerst die Station Jan anlaufen und die weiteren Stationen nach einer vorgegebenen Reihenfolge besuchen. Dazu erhielt jede Gruppe beim Spielauftakt ihre Schatzkarte, auf der die Reihenfolge und der Ort der Stationen für die Gruppe eingezeichnet war. Jede Spielgruppe wurde von einem / einer Mitarbeiter/-in der entsprechenden Einrichtung begleitet.
An unserem Kino-Erlebnistag haben wir jede Station zweimal eingerichtet, da über 90 Kinder teilgenommen haben. Um die Gruppen nicht zu verwirren, gab es eine blaue und eine rote Schatzroute (entsprechend gekennzeichnet durch die Farben der Buttons und Hinweise auf der Schatzkarte).

Das Gelände
Gespielt wurde im Waldstück, das unmittelbar an unseren Veranstaltungsort grenzt.

Die Zeitvorgabe
Als Zeitvorgabe hatten wir pro Station 20 Minuten Verweildauer pro Gruppe festgelegt. Dieser Zeitrahmen musste von den pädagogischen Fachkräften, die die Stationen betreuten, strikt eingehalten werden, damit es bei der Rotation der Gruppen an den Stationen nicht zu Staus kam.

Die Station Basti
Im Film entschlüsselt Basti die Geheimschrift der Schatzkarte auf der Tastatur seines Computers.
Bei unserer Station mussten die Gruppen ebenfalls einen Code entschüsseln. Dazu standen ihnen drei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: die Cäsarscheibe; eine Botschaft, geschrieben mit unsichtbarer Tinte, die sichtbar gemacht werden musste und eine mechanische Schreibmaschine. Die Kinder konnten alles ausprobieren, diejenigen, die sich allerdings an den Code im Film erinnerten, erhielten die Lösung über die Tastatur der Schreibmaschine: Der geschriebene Buchstabe musste durch den jeweils rechts daneben stehenden Buchstaben ersetzt werden.
Das Lösungswort benötigten die Gruppen bei der letzten Station, um einen wichtigen Hinweis auf den „Schatz“ zu erhalten.

Die Station Stiller Olli
Hier wurde für die Gruppen im Gelände ein Hindernisparcours (Seile zwischen Bäume gespannt) aufgebaut. Den Kindern wurden die Augen verbunden. Entlang des Seiles begaben sie sich dann als Gruppe auf die „Wanderung“. Die pädagogische Fachkraft hatte eine Geschichte entwickelt, in welcher wichtige Orte der Wanderung zur Höhle aus dem Film aufgegriffen wurden. Sie nahm so die Gruppe durch ihre Erzählung auf eine spannende Reise mit. Ein intensives Erlebnis für die Kinder, die bei diesem Spiel die Bilder aus dem Film und ihre Gefühle beim Ausführen der Übung miteinander verbinden können.

Die Station Marie
Zum Thema Freundschaft wurde die kooperative Übung „Spinnennetz“ durchgeführt.
Zwischen zwei Bäumen wurde aus Seilen und Flatterband ein Spinnennetz gespannt. Es handelte sich um eine Gruppenaufgabe. Die Kinder mussten nacheinander durch verschieden große Öffnungen des Netzes zu klettern, ohne das Netz zu berühren.
Dabei galten folgende Regeln:
- alle helfen sich gegenseitig
- keine Öffnung darf zweimal verwendet werden
- es nicht erlaubt über das Netz zu steigen oder unter dem Netz hindurch zu kriechen

Die Station Dirk
Dirk verwendet im Film eine Steinschleuder. Wir hatten in dieser Station Dart-Pfeile eingesetzt. Auf einer Plane wurden aufgeblasene Luftballons befestigt, in denen Zettel mit Fragen zu Film bzw. Aufgaben für die Gruppe steckten. Die Kinder mussten als Gruppe 8 Fragen beantworten bzw. Aufgaben gemeinsam erfolgreich lösen, um zur nächsten Station gelangen zu können. Dazu mussten sie mit den Dart-Pfeilen auf die Luftballons werfen, bei einem Treffer platzte der Ballon und gab seinen Aufgabenzettel frei.

Die Station Jan
Jans Hobby ist Malen. Wir entwickelten dazu die Station nach Vorbild der „Montagsmaler“.
Reihum erhielt jedes Kind einen Begriff, den es auf einer Flipchart aufmalen musste. Die Gruppe musste den Begriff raten.

Die Station Stevie
Aus der Filmsequenz, in der die Jungen zu wenig Geld bei sich haben, um ausreichende Verpflegung für ihre Wanderung zu kaufen, entwickelten wir folgende Station:
Die Gruppe musste sich zuerst an einer „Falken Rätselwand“ imaginäres Taschengeld verdienen, um einkaufen zu können. Dazu gab es auf der Rätselwand vier Kategorien mit Fragen zum Thema Falken, Freundschaft, Liebe und Schatz. Zu jedem Thema gab es je eine Frage die 50 Cent, 1 Euro und 2 Euro wert war. Wenn die Gruppe alle 12 Fragen richtig beantworteten konnte, hatte sie 14 Euro erspielt, die dann im „Tante Emma-Laden“ für die Verpflegung einer großen Wanderung ausgegeben werden konnte.
Der Laden
An einer Wäscheleine hingen laminierte Kärtchen mit allem Möglichen, was man/frau kaufen kann. Lebensmittel, Kram, Unsinniges, Luxusartikel. Auf der Rückseite, für die Kinder nicht sichtbar, befinden sich die Originalpreise der Artikel.
Die Aufgabe der Gruppe bestand darin, sich zu einigen, was für das Geld gekauft werden soll. Ausschlaggebender Gesichtspunkt war, was für eine mehrtägige Wanderung (lebens)notwendig ist. An dieser Stelle ergaben sich spannende Diskussionen unter den Kindern. Nach der gemeinsamen Auswahl der Dinge und Aussprache der Gruppenmitglieder, wurden die Preise addiert. Reichte das erspielte Taschengeld aus, war die Aufgabe bestanden und die Gruppe dem Schatz einen Schritt näher.

Die abschließende Station
Die siebte Station hatte die Aufgabe, den Kindern den Schatz zu überreichen und als Feedback ein Blitzlicht einzufangen.
Bei dieser Station erhielten die Spielgruppe die Aufgabe, ihre Partnergruppe ausfindig zu machen. Dazu hatten wir auf den Schatzkarten jeweils auf der Karte von zwei Gruppen das Symbol „der weiße Falke“ an die gleiche Stelle gedruckt.
Sobald die Partnergruppen sich gefunden hatten, mussten sie gemeinsam zur Abschlussstation kommen um sich den Schatz abzuholen. Jedes Kind erhielt einen Falkenanhänger als Symbol der Freundschaft. Die Kinder hatten richtig erkannt, dass der „Schatz der Weißen Falken“ kein materieller Schatz war, sondern ihre Freundschaft.

Zum Schluss
Nach Abschluss des Stationsspiels gab dann für alle zur Stärkung Saftschorle, Wasser und leckere Crèpes.
Verabschiedet wurden die Kinder mit gemeinsamen Fallschirmspielen.
Einhundert Prozent einig waren Kinder und Mitarbeiter/-innen darin: Das war ein richtig toller Kino-Erlebnistag!

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